Hier ist wieder eine schöne Übung, um Manipulations-Rhetorik zu entlarven.

In der Online-Zeitung – 20 Minuten – habe ich einen Artikel über Vitamin D gefunden.

Meine Rhetorik-Analyse zum Artikel:

„Eine Jahresration Vitamin D gibt’s für 2 Franken.“

Antwort: Die Manipulationen sind noch perfider als das Offensichtliche. Auch bewusste Unterschlagung ist Manipulation.

„Vitamin D ist wichtig für eine gesunde Knochen- und Zahnbildung.“

Antwort: Hallo? Nur für die Knochen und Zähne? Wenn ich gesunde Knochen und gesunde Zähne habe, benötige ich also kein Vitamin D3?

„Wenn die Haut der Sonne ausgesetzt wird, produziert der Körper eigenes Vitamin D.“

Antwort: Na also, dann setze ich meine Haut – am besten sogar beide Unterarme – für 20 Minuten an die Sonne, kein Problem.

„Die ungenügende Sonneneinstrahlung in den Wintermonaten“ – nur in den Wintermonaten? – „führe bei 60 Prozent“ – wer hat das wie gezählt? – „der Schweizer Bevölkerung zu einer unzureichenden Vitamin-D-Versorgung.“

Antwort: Wo steht in diesem Bericht, wieviel ist unzureichend und wieviel ist zureichend?

„Doch es kann auch zu viel sein.“

Antwort: Wo steht in diesem Bericht, wieviel zu viel ist?

„Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzte warnt vor gefährlichen Überdosierungen.“

Antwort: Warum wird hier die Deutsche Ärztekammer zitiert, wenn die übrigen Warnungen vom Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft kommen?

„Die Ärzte beschreiben den Fall eines 60-Jährigen, der sich an einem hoch dosierten Vitamin-D-Präparat vergiftet hatte.“

Antwort: Und das ohne zu nennen, wieviel dieser 60-jährige Mann – gefährdet sind also primär alte Männer – von diesem Präparat eingenommen hatte und wie lange er es genommen hatte, um sich zu vergiften?

„Hohe Dosen an Vitamin D über einen längeren Zeitraum führen jedoch zu einem hohen Kalziumspiegel im Blut. Dadurch bilden sich Kalkablagerungen im Körper, die vor allem in den Nieren Schäden verursachen.“

Antwort: Und warum wird hier die Kombination mit Vitamin K2 und Magnesium komplett unterschlagen?

„Vitamin D sei ‚zu einer Modedroge‘ geworden“, sagt Christian Kretschmer vom deutschen Arzneimittelverzeichnis.

Antwort: UPS, jetzt ist Vitamin D3 sogar eine Mode-DROGE. Das ist wohl das Killer-Argument, damit jetzt alle Unwissenden sofort die Finger von dem Vitamin D3 lassen.

Fazit: Das ist wie der Papst auf der Baustelle, der zu Dir sagt: „Elektrizität ist wenig erforscht, wir empfehlen Euch keine Lampen zu installieren. Bleibt im Dunkeln, das Licht (Wahrheit) könnte Euch blind machen. Der ‚Strom‘ könnte Euch mit einem Stromschlag töten, lasst die Finger davon. Bleibt im Dunkeln.“

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